für Adam Zagajewski
für Eva Vēvere
Drei Wege führen zum Meer. Du kannst einfach hinuntergehen, vorbei an Häusern, deren Fenster Sklaven des Meeres sind, ans Meer gefesselt; sie verschlingen das Meer jeden Tag, ohne Pause, oder sie sind sein willenloses Spiegelbild, gleichgültig, apathisch, schläfrig. Wenn der Sommer beginnt, wachsen links, direkt am Zaun, Himbeeren – du hast ein Recht auf ihren süß-sauren Saft. Oder vielleicht ist jemand bei dir und bietet dir auf der Handfläche eine Himbeere dar, als würde er eine Geschichte aus seinem Leben mit dir teilen, eine verwirrende, ein bisschen lustige und ein bisschen traurige Geschichte. Ein paar Schritte weiter kannst du dich mit einer roten Johannisbeere bedanken. Sie wächst hier wild – der Wind hat sie großzügig gesät. Zwischen den Felsen sieht sie exotisch aus. Dann wird der Pfad schmaler, führt steil nach unten. Du kommst an einen steinigen Strand, wo am Morgen niemand ist. Deine Füße können ihren Tastsinn wiedererlangen, eine liaison mit den Steinen eingehen.
Les mer «schwimmend / ariel rosé»
